
Kohlenhydrate und Fett sind die Hauptenergielieferanten der Muskulatur. Sie müssen erst komplizierte Stoffwechselwege durchlaufen, bevor deren Energiegehalt für den Körper nutzbar wird. Für diese Vorgänge ist Sauerstoff erforderlich. Solange eine ausreichende Sauerstoffversorgung gewährleistet ist, kann die Muskulatur ausdauernd arbeiten. Je größer die Belastung wird, desto mehr wird auf eine Verbrennung von Kohlenhydraten ohne Sauerstoff übergegangen. Hierdurch wird zunehmend Milchsäure ("Laktat") gebildet, die mit weiter steigender Belastungsintensität zu einer Übersäuerung der Muskulatur führt und u.a. das Gefühl der Erschöpfung vermittelt.
Durch gezieltes Ausdauertraining kann der zur Erschöpfung führende Laktatanstieg auf eine höhere Belastungsstufe verschoben werden. Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt zu.
Wie beim Belastungs-EKG erfolgt beim Laktattest eine stufenweise Belastungssteigerung auf dem Fahrradergometer oder Laufband. Am Ende jeder Belastungsstufe wird aus dem Ohrläppchen eine Blutprobe zur Laktatmessung entnommen. Da die Laktatkonzentration im Blut in unmittelbarem Zusammenhang mit der Herzfrequenz steht, kann mit Hilfe eines PC - Programms der Trainingszustand ermittelt und ein individueller Trainingsplan erstellt werden.
Der Test eignet sich sehr gut zur Trainingssteuerung für Anfänger, die z.B. eine Gewichtsreduktion anstreben oder Überlastungen vermeiden möchten, als auch für leistungsorientierte Ausdauersportler. Zusätzlich bietet der Laktattest die Möglichkeit einer Trainings- bzw. Verlaufskontrolle, z.B. nach 6-12 Monaten.