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Informationen für Patienten: Herzschrittmacher

In unserer Praxis erfolgt die Nachsorge und Programmierung aller gängigen Schrittmachermodelle (Biotronik, Boston Scientific/Guidant/CPI, Intermedics/Sulzer, Sorin/ELA, St. Jude/Siemens/Pacesetter, Medtronic, Vitatron)

Im Rahmen regelmäßiger, i.a. halbjährlichen Nachuntersuchungen werden Batteriezustand und Schrittmacherfunktion überprüft und den individuellen Bedürfnissen angepasst. Dies geschieht telemtrisch mit dem Programmiergerät, ein erneuter chirurgischer Eingriff ist hierzu nicht notwendig.

Geschichte der Herzschrittmacher:

1958 Elmquist und Senning implantieren in Stockholm als erste einen voll implantierbaren Schrittmacher
1961 Erste erfolgreiche Schrittmacherimplantation in Deutschland
1962 Entwickung des ersten Zweikammerschrittmachers
1962 Entwicklung der ersten transvenösen Elektrode
1965 Entwicklung des ersten bedarfgesteuerten Schrittmachers
1972 Entwicklung der Lithiumjodidbatterie. Dies erhöht entscheidend die Laufzeit des Schrittmachers. Erstmals Programmierung von außen möglich
1979 Telemetrie zur Überprüfung von Batterie- und Elektrodenzustand
1983 Erster Schrittmacher mit Bewegungssensor
1991 Erste fraktal beschichtete Elektrode
1995 Erster Zweikammerschrittmacher mit nur einer Elektrode
1999 Erster biventrikulärer Schrittmacher „Dreikammerschrittmacher“

Weltweit leben über eine Million Menschen mit einem Schrittmacher. Nach Einheilung des Aggregates ist ein nahezu vollkommen normales Leben möglich. Meiden sollte man als Schrittmacherträger die Nähe von laufenden Motoren, Lichtbogenschweißen und Kernspintomographen. Handys sind i.a. dagegen bei modernen Schrittmachern, diese besitzen spezielle Schutzfilter, kein Problem. Halten Sie jedoch das Handy an das dem Schrittmacher abgewandte Ohr und stecken Sie es nicht in die Brusttasche über Ihren Schrittmacher. Ein Schrittmacher dient der Verhinderung oder Linderung von Symptomen langsamer Herzrhythmusstörungen wie Bewusstlosigkeit, Schwindel, unzureichender Belastbarkeit bei unzureichender Herzfrequenz bzw. deren unzureichendem Anstieg unter Belastungsbedingungen oder einer Herzschwäche.

 

Arne Larsen - der erste Schrittmacherpatient mit
seinem ersten Schrittmacher

 

Implantierbare Defibrillatoren (ICDs):

In unserer Praxis erfolgt die Nachsorge aller gängigen ICD-Systeme einschließlich biventrikulärer Geräte (Hersteller s.o.). Wir betreuen aktuell rund 200 ICD-Patienten.

Wenn Sie einen Herzstillstand bei Kammerflimmern überlebt haben, haben Sie ein Risiko von 50-60 %, das sich ein derartiges Ereignis in den nächsten 2 Jahren wiederholt. Der implantierbare Kardioverter/Defibrillator (ICD) bietet den größtmöglichen Schutz vor dem plötzlichen Herztod, den wir im Moment zur Verfügung haben. Aber auch in der Primärprophylaxe des plötzlichen Herztodes spielt der ICD bei Hochrisikogruppen eine zunehmende Rolle. Mit der Einführung einer linksventrikulären Elektrode und der Resynchronisationstherapie stellt der biventrikuläre ICD für bestimmte Patientengruppen nicht nur einen Schutz vor dem plötzlichen Herztod dar, sondern kann auch eine Herzschwäche bei diesen Patienten verbessern. Der ICD kann durch Abgabe eines u.U. als schmerzhaft empfundenen Elektroschocks (ca. 720 V) in 98,6 % der Fälle Kammerflimmern beenden. In über 90 % der Fälle kann eine Kammertachykardie schmerzlos durch Schrittmacherimpulse von einem ICD beendet werden.

Die Kontrolle des ICDs erfolgt i.a. in 3monatigen Abständen schmerzlos telemetrisch von außen über das Programmiergerät.

1984 wurde in Deutschland der erste ICD implantiert. Der technische Fortschritt auf dem Gebiet der ICD-Technologie war und ist in den gut bald 30 Jahren seit der Einführung rasant und eindrucksvoll.

ICD-Entwicklung: 1984 (links) und 2002 (rechts)

ICD heute: transvenös implantierbar, Operationsletalität 0,5 %, Gewicht um 80 g, Volumen 40 ml