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Informationen für Patienten: Schulungs- und Behandlungsprogramm zur Gerinnungs-Selbstkontrolle

Wenn die Gerinnungshemmung gesteuert werden muss

Wenn Sie  dauerhaft orale Gerinnungshemmer einnehmen, müssen Ihre Gerinnungswerte regelmäßig kontrolliert werden. Die alle drei bis vier Wochen in der Arztpraxis durchgeführten Kontrollen können kurzfristig mögliche Schwankungen nicht erfassen. Hierdurch kann das Ergebnis der Therapie beeinträchtigt werden.

Mit einem Gerinnungsmonitor können Sie Ihre Gerinnungswerte einfach, bequem und zuverlässig selbst kontrollieren.

Umfangreiche klinische Studien haben gezeigt, dass die Therapieergebnisse bei einer wöchentlichen Messung zu annähernd 80 % im angestrebten therapeutischen Bereich liegen, während dies bei der konventionellen Kontrolle in der Praxis nur in 60 % der Fälle zutrifft.

Auch wenn Sie Ihre Gerinnungswerte selbst messen und die Medikamentendosis anpassen, bleibt Ihr behandelnder Arzt selbstverständlich Ihr Ansprechpartner. Er prüft mit Ihnen zusammen in regelmäßigen Abständen die ermittelten Werte, beurteilt die Ergebnisse und berät Sie.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Es kommen nur Patienten für das Gerinnungs-Selbstmanagement in Frage, die langfristig anti-koaguliert werden müssen. Häufigste Diagnosen sind:

  • Künstlicher Herzklappenersatz
  • Permanentes Vorhofflimmern
  • Wiederholte Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien
  • Angeborene oder erworbene Gerinnungsstörungen

Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen setzt die Teilnahme an einer Patientenschulung voraus, die wir in regelmäßigen Abständen anbieten.

Bei erfolgreicher Teilnahme stellen wir Ihnen ein Schulungszertifikat. aus und helfen Ihnen bei allen administrativen Aufgaben zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Ziel der Patientenschulung ist es, die Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, das Gerinnungs- Selbstmanagement unter Alltagsbedingungen umzusetzen.

Darüber hinaus verpflichten Sie sich Ihre Messwerte und Dosisanpassungen zu protokollieren und jedes Quartal überprüfen zu lassen.

Ablauf der Patientenschulung zum Gerinnungs-Selbstmanagement

Die Schulung erfolgt nach den Standards der Arbeitsgemeinschaft der Selbstkontrolle der Antikoagulation (ASA e.V.). Wesentliche Schwerpunkte der Schulung sind:

  • Messung der Gerinnungwerte
  • Grundzüge der Gerinnung
  • Therapie mit Gerinnungshemmern
  • Anpassung der Therapie zum Schutz vor Komplikationen
  • Besondere Situationen

Die Schulung umfasst mehrere Unterrichtseinheiten und findet an zwei bis drei getrennten Tagen statt.

Sie haben Fragen? Bitte verabreden Sie einen Termin für ein Vorbereitungsgespräch!

Wie ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse geregelt?

Der Gerinnungsmonitor und die nötigen Verbrauchsmaterialien (Teststreifen, Lanzetten) verordnet Ihnen Ihr behandelnder Arzt.

Nach der Schulung können Sie mit Ihrem Schulungszertifikat bei der Krankenkasse und einer Verordnung einen Gerinnungsmonitor zur Selbstkontrolle Ihrer Gerinnungswerte beantragen.

Bei der Verordnung angegebene Gründe für die Krankenkassen zur Kostenübernahme können sein:

  • Schlechte Venenverhältnisse
  • Komplikationen in der bisherigen konventionellen Betreuung
  • Schwierigkeiten, die Arztpraxis in regelmäßigen Abständen aufzusuchen (Berufliche Gründe, wie Schichtarbeit, häufig wechselnde Einsatzorte)
  • Dauerantikoagulation bei Kindern

Bitte beachten Sie, dass die Kostenübernahme des Systems und der Schulung durch die Krankenkasse nicht garantiert werden kann - daher empfehlen wir Ihnen ein Vorabgespräch mit Ihrer Krankenkasse.

Fragen? Sprechen Sie uns an! Für weitere Informationen zur Patientenschulung für und den Ablauf hin zum Gerinnungs-Selbstmanagement stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.